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Die Twitter-Oma

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Immer mehr Senioren beschäftigen sich mit Computers und E-Mails, aber einige sind noch misstrauisch, was soziale Netzwerke angeht. Dabei wissen viele nicht, dass Twitter ein tolles personalisiertes Informationsmittel ist. Wie ist es, einer alten Frau beizubringen, wie man Twitter benutzt? Welche Hemmungen muss man da überwinden? Hier ein Experiment.

 

Marianne Herold am Twittern

Marianne Herold  beim Twittern

Marianne Herold ist 82 und wohnt seit zwei und halb Jahren im Seniorenheim. Dort hat sie viele Aktivitäten: Seidenmalen, Gedächtnistraining, Singen, Gymnastik,  Handarbeit und… ein Computerkurs. Sie hat schon gelernt, E-Mails zu schicken, Word-Dokumente zu erstellen und Cliparts in Texten einzufügen. Jetzt ist sie bereit, den nächsten Schritt in die digitale Welt zu wagen, nämlich: Twitter entdecken.

Zwei Drittel der Senioren nutzen Facebook und Twitter

Mariannes Enkel hält nicht viel von diesem Twitter-Experiment: „Brauchst du noch zu twittern, Oma? Du kriegst ja sonst nichts getan. Also, lass die Finger davon!“ sagte er Marianne.

Gebrauchsanweisung fürs Twitter

Gebrauchsanweisung fürs Twitter

Aber laut Statistik ist Frau Herold voll im Trend. Aktuell sind rund 70 Prozent der Rentner, also der über 65-jährigen, bei sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter angemeldet. Im Jahr 2011 waren es nur 40 Prozent. Dies geht aus einer repräsentativen Studie von Bitkom Research im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM hervor.

Los geht’s!

Nach ein paar Erklärungen über Twitter geht’s los: Frau Herold setzt ihren ersten Tweet ab. Sie nennt ihn ihr „erstes Vögelchen das zwitschert“.


Jeder, der sich auf Twitter anmeldet, kann Nachrichten von bestimmten Menschen oder Organisationen abonnieren. Dadurch erscheinen auf der persönlichen Twitter-Seite nur die Informationen, die einen interessieren.

Frau Herolds Timeline auf Twitter

Frau Herolds Mitteilungen auf Twitter

Für Frau Herold ist das aktuelle Geschehen wichtig: auf Twitter folgt sie unter anderen den WDR-Sendungen Lokalzeit Köln, Aktuelle Stunde und „Menschen Hautnah“. Dazu liest sie jeden Tag den Kölner Stadt Anzeiger.

Twitter ist eigentlich einfach zu benutzen

Natürlich gibt es am Anfang ein paar Schwierigkeiten. Frau Herold hat es zum Beispiel manchmal schwer, die Maus zu bedienen. Aber sie ist von Twitter begeistert! Was ihr besonders gefällt, ist das sie sich dadurch über ihre Heimatstadt Köln informieren kann: „ich bin ein sehr großer Stadtfan, war natürlich durch meine Behinderung lange nicht mehr in der Stadt, habe vor kurzem nach zwei und halb Jahren endlich wieder eine Stadtrundfahrt gemacht, und es war für mich also faszinierend. Und dann mit Twitter… da sind wir auch so mal ein bisschen rumgefahren, das fand ich gut!“, erzählt Frau Herold.

Die Twitter-Oma ist also angekommen in der digitalen Welt, und findet sie trotz ihrer 82 Jahre gar nicht kompliziert: „Was heißt ja „kompliziert“? Man muss sich überall ja reinarbeiten.“ sagt sie lachend.

Hier können Sie sehen, was Frau Herold twittert.

So können auch Sie twittern:

(Ein Beitrag von Fanny Steyer)

 

 

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